Passt ein Whippet zu uns?

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Passt ein Whippet zu uns?

Beitrag von Bämme » 6. Feb 2015 21:23

Hallo,

kurz in der Vorstullung hatte ich bereits geschrieben, dass eventuell, irgendwann ein mal in ferner Zukunft ein Whippet bei usn einziehen soll/könnte.
Doch bevor ich mich noch mehr in die Rasse verliebe, wäre es ja sinvoll erst mal zu gucken ob wir einem
Windund das Leben bieten können, welches er braucht.

Wir sind sehr ruhige Menschen, nicht viel Unterwegs, nicht viel mit anderen Menschen/Freunden - die "üblichen" Familientreffen und-Besuche ja, aber eben viel unter uns.

Da wir ja bereits einen Hund haben, kann ich kurz schreiben wie der Alltag aussieht/was wir machen - was wir auch mit einem Whippet machen würden.
- ca. 2-5 Stunden gesamt draußen - am Wochenende mehr - in der dunklen Jahreszeit weniger, im Sommer mehr.
(da wir in nem Neubauviertel wohnen, sind die "normalen" Gassi-Runden nur im Wohngebit mit Leine . ca. alle 1-3 Tage gehts ohne Leine raus in den Park/Strand/Wald - im Sommer wieder täglich, jetzt im Dunkeln nicht ganz so oft)
- fast tägliches Clickertraining - macht Spass und lastet aus - kommt aber auf den Hund an - ist kein Muss
- Ich fahre viel Fahrrad mit Arek - da ich ihn im Dunkeln nicht von der Leine lasse und das bei einem Whippet auch nicht vorhabe, ist das bei Arek gerade im Winter/Herbst eine gute Möglichkeit noch mal Bewegung zu verschaffen.

Mir ist klar dass Fahrradfahren keinen richtigen Sprint-Auslauf für einen Whippet ersetzt, aber hat er da auch Freude dran? Auch an kleineren und größeren Radtouren? Lastet es auch aus?

- sportlich sind wir nur mäßig aktiv - mit Arek machen wir ein bisschen Fun-Agility - aber sehr unregelmäßig noch
- regelmäßig sind wir bei Hundetreffs oder in der Hundeschule
- da wir es nicht weit zum Strand haben, sind wir oft dort. (1-2 mal die Woche)
Ich denke das wäre auch ein gutes Gelände damit ein Whippet seinen Auslauf bekommt? Ist gut überschaubar und in der Regel keine Hasen/Wild dem man hinter her jagen könnte.

Windhundesport möchten wir nicht machen - es wäre halt ein Familien-/Begleithund - ist das akzeptabel für den Whippet oder "brauch" er das, wofür er mal gezüchtet wurde?

Wie ist das mit dem Jagdtrieb? Handelbar oder doch eher in erfahrene Hände zu geben? Ich denke Dummytraining bringt als Ausgleich nicht wirklich viel da es ja Sichtjäger sind richtig?
Trainign mit der Reizangel? - Das wäre was, was ich sehr gerne machen würde - wir habens in der Hundeschule mal mit Arek versucht -
der hat das Gummientchen nach 5 Sekunden hinter her jagen nicht mehr angeguckt -.-

Also das einzige was mich halt so ein bhisschen stört ist der Jagdtrieb - ich weiß nicht wie gut ich den in den Griff bekomme,
und ich möchte keinen Hund wenn ich von vornerhein weiss, ich kann ihn nie von der Leine machen - am besten noch weil ich zu blöd bin den Rückruf vernünftig auf zu bauen.

Ansonsten habe ich mehrfach gelesen dass Whippets
- Sensibel (weiß nicht genau wieso ich diese Eigenschaft so schätze, vielleicht verbinde ich es mit ruhig und einfühlsam - würde zu mir passen)
- kuschelig und Kontaktbedürftig
- Fremnden gegenüber reserviert/zurückhaltend
- leicht zu führen (wenn man gewaltfrei und ohne Druck führt)
- im Haus zwar ruhig, aber draußen wilde sprinter sind (das mag ich, ich finds toll wenn Arek im Affenzah über die Wiese wetzt - aber das ist sicher noch kein Vergleich zum Whippet)
- sehr ehrgeizig sind

Kommt das so in etwa hin mit euren Erfahrungen?

Wie siehts aus mit dem "Will to Please"? - wollen sie gefallen durch Menschenbezogenheit und Rudelbezogenheit? Oder sind sie eher selbständig?
Unterschätze ich das Renn- und Jagdbedürfniss der Rasse?

Und, ganz wichtig:
Whippets nie alleine halten? Oder ersetzt der Mensch den Zweithund wenn er viel Zuhause ist und wenn der Hund außerhalb der familie viel Kontakt zu anderen Hunden hat mit denen er sich versteht?

Ein Whippet würde, wenn überhaupt, erst dann einziehen, wenn ich "von Zuhause" arbeite.
Ich habe vor in ca. 2 Jahren regelmäßig 1-2 Pflegekinder (ca. 0-3Jahre) bei mir zu betreuen - vorübergehend bis entscheiden wurde, ob sie in die Familie, in ein Heim oder in eine Pflegefamilie kommen.
Das würde halt auch einen häufigen "Kinderwechsel" mit sich bringen. Ist das ungeeignet für einen Whippet? Mein Freund/dann Mann und ich bleiben dann die Bezugspersonen.
Natürlich müsste der Hund mal alleine bleiben (Arzttermine, Hausbesuche, Einkaufen, ...) aber es wäre unregelmäßig für wenige Stunden - ich denke das ist gut machbar.
Außerdem würde ich dann ziemlich sicher täglich oder mindestens alle 2 tage Orte aufsuchen, wo der Hund ohne Leine laufen kann.
Da ich jetzt Vollzeit arbeite - im dunkeln gehe und im dunkeln nach hause komme, ist das leider nur bedingt möglich. Würde sehr gerne ofter in den Park, an den Strand ...

Und wenn, dann würde ein Whippet-Welpe auch erst dann einziehen, wenn ich genau weiß, ich bekomme Pflegekinder und Welpe/Junghund/Tagesablauf unter einen Hut.

So, danke schon mal an diejenigen die sich die zeit genommen haben bis hier hin zu lesen.
Nun bin ich auf Meinugnen gespannt - würde ein Whippet passen oder nicht?
Was müsste ich ändern um es passend zu machen?
Gibt es Bücher zu dem Thema die ihr empfehlen könnt? - gerade bei denen es um die Bedürfnisse, Auslastung und Erziehung geht.

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Re: Passt ein Whippet zu uns?

Beitrag von Whippinger » 7. Feb 2015 19:54

Hallo,

so nun versuche ich mal auf Deine Fragen Antworten zu geben.

Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass das unsere Erfahrungen mit Whippets (habe 15 Jahre Windhunderfahrung) sind, die ich versuche in Antworten auf Deine Fragen zu packen.
Bämme hat geschrieben:Mir ist klar dass Fahrradfahren keinen richtigen Sprint-Auslauf für einen Whippet ersetzt, aber hat er da auch Freude dran? Auch an kleineren und größeren Radtouren? Lastet es auch aus?
Ein Whippet ist ein reiner Sprinter und kein Ausdauer-Sportler. Das heißt, wenn Du den Hund im Ausdauersport (große Radtouren ohne das der Hund das Tempo selbst bestimmen kann) forderst, wird er früher oder später ein Sportlerherz haben und tot umfallen. Sorry, wenn ich das so drastisch schreibe. Wenn es Dir auf diese Beschäftigungsart wirklich ankommt, wirst Du mit keiner Windhundrasse glücklich werden.
Bämme hat geschrieben:Windhundesport möchten wir nicht machen - es wäre halt ein Familien-/Begleithund - ist das akzeptabel für den Whippet oder "brauch" er das, wofür er mal gezüchtet wurde?
Ein Whippet ist ein keinsterweise ein Begleithund (wie ein Mops oder französische Bulldogge). Ein Whippet ist durchaus in der Lage an einer 1-Meter langen Leine Nachbars Katze zu beissen (haben wir erlebt). Ein Whippet ist ein Hetzhund und äußerst selbständig in seinem Denken und Handeln. Ja ein Whippet braucht das, für was er gezüchtet wurde. Er braucht es nicht dauern, aber sobald er die Gelegentheit dazu hat wird er es tun. Die Rennbahn und das Coursing sind der beste Ausgleich, dem man seinem Whippet mitunter (unsere Erfahrung) bieten kann.
Drastische Aussage von uns: Ein Whippet ist definitiv ein Jagdhund, aber er ist das durchgeladene Gewehr, dass Du an der Leine hast.
Bämme hat geschrieben:Wie ist das mit dem Jagdtrieb? Handelbar oder doch eher in erfahrene Hände zu geben? Ich denke Dummytraining bringt als Ausgleich nicht wirklich viel da es ja Sichtjäger sind richtig?
Trainign mit der Reizangel? - Das wäre was, was ich sehr gerne machen würde - wir habens in der Hundeschule mal mit Arek versucht -
der hat das Gummientchen nach 5 Sekunden hinter her jagen nicht mehr angeguckt
Dummytraining ja, aber nicht so wie Du Dir das vorstellst. Der Dummy ist das Kunsthase auf der Rennbahn.
Reizangeltraining ist für einen Whippet eine nette Abwechslung, aber ersetzt den Sprint - vorallem mit Artgenossen - nicht.
Bämme hat geschrieben:Also das einzige was mich halt so ein bhisschen stört ist der Jagdtrieb - ich weiß nicht wie gut ich den in den Griff bekomme, und ich möchte keinen Hund wenn ich von vornerhein weiss, ich kann ihn nie von der Leine machen - am besten noch weil ich zu blöd bin den Rückruf vernünftig auf zu bauen.
Wenn der Dich der Jagdtrieb stört, dann ist ein Windhund nicht der richtige Hund für Dich.
In dem Moment wo der Hund das Jagdobjekt entdeckt hat aber noch nicht gestartet ist, ist der Moment wo man ihn noch (unsere Erfahrung) zurückrufen kann. Sobald er Vollgas gibt - no Way! Du kannst dann warten bis Dein Whippet irgendwann nach beendeter Jagd an diese Stelle zurückkehrt, dass kann aber Stunden dauern.
Beachte ein Whippet hat nach 30m Endgeschwindigkeit mit bis zu 65 km/h. Überlege Dir inwieweit Dich der Hund überhaupt noch rufen hören kann.
Bämme hat geschrieben:Ansonsten habe ich mehrfach gelesen dass Whippets
- Sensibel (weiß nicht genau wieso ich diese Eigenschaft so schätze, vielleicht verbinde ich es mit ruhig und einfühlsam - würde zu mir passen)
- kuschelig und Kontaktbedürftig
- Fremnden gegenüber reserviert/zurückhaltend
- leicht zu führen (wenn man gewaltfrei und ohne Druck führt)
- im Haus zwar ruhig, aber draußen wilde sprinter sind (das mag ich, ich finds toll wenn Arek im Affenzah über die Wiese wetzt - aber das ist sicher noch kein Vergleich zum Whippet)
- sehr ehrgeizig sind
Diese Eigenschaften sind korrekt, aber ein Windhund ist nie leicht zu führen. Whippets sind gut erziehbar (Grundgehorsam, zumindest bei unserem), aber alleine durch den sehr starken Jagdtrieb niemals leicht zu führen. Ein Windhund hat keinen "will-to-please". Ein Windhund hat absolut seinen eigenen Kopf und seine eigenen Ideen. Ein Whippet kann Problem strategisch lösen, was eine eine Grundvoraussetzung für die Hetzjagd ist. Wenn es sein muss, kann ein Windhund Kindersicherungen an Schränken überwinden.
Whippets sind sehr ehrgeizig, wenn es um's Hetzen geht.
Bämme hat geschrieben:Unterschätze ich das Renn- und Jagdbedürfniss der Rasse?
In meinen Augen: Ja!!
Bämme hat geschrieben:Whippets nie alleine halten? Oder ersetzt der Mensch den Zweithund wenn er viel Zuhause ist und wenn der Hund außerhalb der familie viel Kontakt zu anderen Hunden hat mit denen er sich versteht?
Unser Whippet ist ein reiner Einzelhund. Der Mensch ersetzt vielleicht teilweise einen Zweithund, aber niemals vollständig.
Bämme hat geschrieben:Ein Whippet würde, wenn überhaupt, erst dann einziehen, wenn ich "von Zuhause" arbeite.
Ich habe vor in ca. 2 Jahren regelmäßig 1-2 Pflegekinder (ca. 0-3Jahre) bei mir zu betreuen - vorübergehend bis entscheiden wurde, ob sie in die Familie, in ein Heim oder in eine Pflegefamilie kommen.
Das würde halt auch einen häufigen "Kinderwechsel" mit sich bringen. Ist das ungeeignet für einen Whippet? Mein Freund/dann Mann und ich bleiben dann die Bezugspersonen.
Natürlich müsste der Hund mal alleine bleiben (Arzttermine, Hausbesuche, Einkaufen, ...) aber es wäre unregelmäßig für wenige Stunden - ich denke das ist gut machbar.
Außerdem würde ich dann ziemlich sicher täglich oder mindestens alle 2 tage Orte aufsuchen, wo der Hund ohne Leine laufen kann.
Da ich jetzt Vollzeit arbeite - im dunkeln gehe und im dunkeln nach hause komme, ist das leider nur bedingt möglich. Würde sehr gerne ofter in den Park, an den Strand ...
Das kommt ganz individuell auf den Hund an ob er mit dem Stress umgehen kann. Unserer könnte es nicht.
Ein Whippet findet jeden Menschen toll - da wird selbst der Einbrecher freundlich begrüsst. Er braucht aber auch seine Ruhephase - teilweise bis zu 18 Stunden täglich. Das ein Windhund Fremden gegenüber reserviert ist bezieht sich überwiegend auf orientalische Windhunde (Afghane, Saluki, Sloughi, Azawakh)
Liebe Grüße
Constanze mit Galga Blue & Whippet Flet


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Re: Passt ein Whippet zu uns?

Beitrag von Nupsi » 7. Feb 2015 20:23

Hallo,

ich werde auch was zu Deinen Fragen schreiben
Bämme hat geschrieben: Windhundesport möchten wir nicht machen - es wäre halt ein Familien-/Begleithund - ist das akzeptabel für den Whippet oder "brauch" er das, wofür er mal gezüchtet wurde? Machen wir auch nicht- unsere Any ist trotzdem ausgelastet.

Wie ist das mit dem Jagdtrieb? Handelbar oder doch eher in erfahrene Hände zu geben? Ich denke Dummytraining bringt als Ausgleich nicht wirklich viel da es ja Sichtjäger sind richtig? Jagdtrieb hat unsere auch- sie lässt sich aber super abrufen
Trainign mit der Reizangel? - Das wäre was, was ich sehr gerne machen würde - wir habens in der Hundeschule mal mit Arek versucht -
der hat das Gummientchen nach 5 Sekunden hinter her jagen nicht mehr angeguckt -.- Reizangel findet unsere total klasse, aber bitte vorher Hund" warmlaufe wegen Verletzungsgefahr

Also das einzige was mich halt so ein bhisschen stört ist der Jagdtrieb - ich weiß nicht wie gut ich den in den Griff bekomme,
und ich möchte keinen Hund wenn ich von vornerhein weiss, ich kann ihn nie von der Leine machen - am besten noch weil ich zu blöd bin den Rückruf vernünftig auf zu bauen. Ich habe ca. ein halbes Jahr Schleppleinentraining gemacht, bin von Vielen belächelt worden- habe aber jetzt einen Hund den ich super abrufen kann- bis jetzt auch im "Jagdmodus". Außerdem haben wir hier einen Hundewald wo kaum Wild ist und unsere 3 immer offline laufen können

Ansonsten habe ich mehrfach gelesen dass Whippets
- Sensibel (weiß nicht genau wieso ich diese Eigenschaft so schätze, vielleicht verbinde ich es mit ruhig und einfühlsam - würde zu mir passen)
- kuschelig und Kontaktbedürftig Stimmt
- Fremnden gegenüber reserviert/zurückhaltend Kann ich nicht bestätigen- eher das Gegenteil. Any ist freundlich zu Jedem
- leicht zu führen (wenn man gewaltfrei und ohne Druck führt) Stimmt bedingt- können auch einen Dickkopf haben
- im Haus zwar ruhig, aber draußen wilde sprinter sind (das mag ich, ich finds toll wenn Arek im Affenzah über die Wiese wetzt - aber das ist sicher noch kein Vergleich zum Whippet) Na Any hat auch im Haus ihre 5 Minuten
- sehr ehrgeizig sind



Whippets nie alleine halten? Oder ersetzt der Mensch den Zweithund wenn er viel Zuhause ist und wenn der Hund außerhalb der familie viel Kontakt zu anderen Hunden hat mit denen er sich versteht? Any lebt mit 2 Chihuahuas zusammen


Das würde halt auch einen häufigen "Kinderwechsel" mit sich bringen. Ist das ungeeignet für einen Whippet? Mein Freund/dann Mann und ich bleiben dann die Bezugspersonen.Ich denke nicht
Hut.

Mit Ernie im Herzen

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Silvie
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Re: Passt ein Whippet zu uns?

Beitrag von Silvie » 7. Feb 2015 23:22

Also, zunächst einmal möchte ich etwas klar stellen- jeder Whippet ist ein Individuum und hat seinen eigenen Charakter.

Mit einigem was Whippinger schreibt stimme ich vollkommen überein- vor allem was den Jagdtrieb anbelangt. Das haben die meisten Whippets gemeinsam- egal aus welcher Zucht oder aus welchem Hintergrund sie kommen. Es gibt natürlich immer Ausnahmen- aber zu hoffen das man dann genau so ein Exemplar erwischt ist fahrlässig und naiv.

Ich mache aktiv Rennsport und Coursing- ob die Hunde das wirklich brauchen??? Nein, tun sie nicht- aber es ist für sie das schönste auf der Welt ihren natürlichen Hetztrieb ausleben zu können.

Aber, ich gehe mit meinen Jungs auch gerne mal am Fahrrad einen Ausflug machen… solange es nicht eine Tour über mehrere Stunden ist und sie genügend Pausen machen können ist das kein Problem. Man muss es einfach langsam aufbauen und stetig steigern.

Meine Beiden sind aber z.B extrem Territorial - also fremde ins Haus lassen? Never ever! Also, der Mythos das Whippets selbst Einbrecher schwanzwedelnd begrüssen kann ich absolut nicht bestätigen.

Mit Kindern können meine gar nicht- hat aber den Hintergrund das unsere Nachbarskinder sie öfter am Zaun "geärgert" haben.

Dafür hat mein jüngerer ein sehr stark ausgeprägtes "will to please" der macht für Futter ALLES... mit dem kann man echt alles machen… klickern, dogdance, agility der ist für jeden Spass zu haben. ABER, dieser Typ von Whippet ist eigentlich fast immer die Sorte "sehr triebig" und das kann im Alltag anstrengend und schwierig werden.

Wenn ich mir so deine Beschreibung durchlese muss ich ganz ehrlich sagen, finde ich nicht wirklich das ein Whippet das Richtige wäre- ausser ihr erwischt genau so ein Exemplar und die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher gering.

Bämme
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Re: Passt ein Whippet zu uns?

Beitrag von Bämme » 8. Feb 2015 17:35

Vielen Dank für die Antworten.
Ich werde sie behrzigen/berücksichtigem.

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Re: Passt ein Whippet zu uns?

Beitrag von Flitzliesel » 9. Feb 2015 12:10

Hallo,

ich versuche jetzt auch noch mal ein bisschen was zu Deinen Fragen zu schreiben. Wir halten seit 17 Jahren Hunde, seit knapp 13 Jahren Windhunde. Im Vergleich zu anderen Hunden stellen wir immer wieder fest, dass die Windigen doch etwas anders ticken als andere Hunde. Daher beantworte ich Deine Fragen mal aus ganz persönlicher Sicht.
Bämme hat geschrieben: Da wir ja bereits einen Hund haben, kann ich kurz schreiben wie der Alltag aussieht/was wir machen - was wir auch mit einem Whippet machen würden.
- ca. 2-5 Stunden gesamt draußen - am Wochenende mehr - in der dunklen Jahreszeit weniger, im Sommer mehr.
(da wir in nem Neubauviertel wohnen, sind die "normalen" Gassi-Runden nur im Wohngebit mit Leine . ca. alle 1-3 Tage gehts ohne Leine raus in den Park/Strand/Wald - im Sommer wieder täglich, jetzt im Dunkeln nicht ganz so oft)
Es gibt Zeiten, da kann ich mit meinen dreien auch nur angeleint durch die Gegend laufen - jetzt z.B. beginnt so langsam wieder die Rammelzeit der Hasen (eigentlich geht sie schon im Januar los), aber wir haben letztens erst unseren ersten Hasen für dieses Jahr gesichtet. Ich hatte die Hunde vorher angeleint, aber nur, weil ein Waldarbeiter unten ins Dickicht rein ist und ich weiß, dass sich da Wild (Rehe, Hasen) aufhalten kann. So war's dann auch. Leinenspaziergänge machen meine anstandslos mit, aber sie finden es total öde. Also gehe ich entweder den Weg erst mal so hoch und runter, um zu sehen, ob da was ist und lasse sie dann eine Runde zusammen rasen oder wenn mir selbst das zu heikel ist, mache ich eine kleinere Runde an der Leine und bespaße sie anschließend im Garten.
Bämme hat geschrieben:- fast tägliches Clickertraining - macht Spass und lastet aus - kommt aber auf den Hund an - ist kein Muss
Mache ich mit meinen Mädels ab und zu. Sie mögen es, aber ich glaube, eher der Leckerlis wegen :zwinkern: . Sie sind alle drei sehr verfressen.
Bämme hat geschrieben:- Ich fahre viel Fahrrad mit Arek - da ich ihn im Dunkeln nicht von der Leine lasse und das bei einem Whippet auch nicht vorhabe, ist das bei Arek gerade im Winter/Herbst eine gute Möglichkeit noch mal Bewegung zu verschaffen.
Mir ist klar dass Fahrradfahren keinen richtigen Sprint-Auslauf für einen Whippet ersetzt, aber hat er da auch Freude dran? Auch an kleineren und größeren Radtouren? Lastet es auch aus?
Auch das mache ich ab und zu mit meinen dreien, wobei das dann auch ein Alternativprogramm während der Zeit ist, in der ich sie nicht ableinen kann. Ich habe allerdings ein Liege-Trike, d.h. meine Hunde laufen direkt neben mir, so dass ich sie immer im Blick habe, und ich kann nicht umgezogen werden, sollte irgendwie ein Hase flitzen. Von der Strecke her sind meine Touren allerdings nicht sonderlich weit oder sehr lang. Die Hunde schlagen gerne mal schnellere Geschwindigkeiten an und galoppieren dann richtig neben mir her, an anderen Stellen wollen sie gerne schnüffeln und die HUZ lesen. Da kommen wir kaum vorwärts, und ich passe mich dann an. Da sowohl Grey als auch Whippet Sprinter und keine Langstreckenläufer sind, unternehmen wir keine richtig langen Touren. In dem Fall würde ich einen Hundeanhänger mitnehmen.
Bämme hat geschrieben:- sportlich sind wir nur mäßig aktiv - mit Arek machen wir ein bisschen Fun-Agility - aber sehr unregelmäßig noch
- regelmäßig sind wir bei Hundetreffs oder in der Hundeschule
- da wir es nicht weit zum Strand haben, sind wir oft dort. (1-2 mal die Woche)
Ich denke das wäre auch ein gutes Gelände damit ein Whippet seinen Auslauf bekommt? Ist gut überschaubar und in der Regel keine Hasen/Wild dem man hinter her jagen könnte.
Es gibt Whippets, die gerne auch Agility mitmachen. Meine Whoopie ist im Alter von ca. 1 Jahr (das war, bevor sie zu uns kam) diesbezüglich etwas angeleitet worden. Sie springt auch gerne mal wo drüber, aber sie macht's halt mir zuliebe.
Hundeschule kann man machen, ich war mit meinen Hunden nie in einer, und sie funktionieren trotzdem gut.
Hundetreffs meide ich eigentlich eher. Zum einen sollte man mit einem Windhund als Begleiter immer die Gegend scannen. Diese entspannten Spaziergänge, bei denen man mit Freunden erzählt und die Hunde machen, was sie wollen, geht mit einem Windhund definitiv nicht. Dazu können andere Hunde teilweise mit dem Windhundverhalten nicht unbedingt umgehen. Ich hatte schon den Fall, dass meine Whoopie für einen Hovi so quasi den Hasen gemacht hat, als sie nicht mehr konnte, blieb sie bei mir stehen (andere Windhunde verstehen das, das ist nämlich das Ende vom Flitzespiel), aber aber Hovi packte sie am Hals, nach dem Motto "hab Dich". Er hat zum Glück nichts gemacht, aber es gibt Hunde, die beißen dann halt auch schon mal rein, und das brauche ich nicht.
Strand für Flitzeeinheiten wäre sicherlich toll.
Bämme hat geschrieben:Windhundesport möchten wir nicht machen - es wäre halt ein Familien-/Begleithund - ist das akzeptabel für den Whippet oder "brauch" er das, wofür er mal gezüchtet wurde?
Machen wir auch nicht, aber unsere drei können zusammen flitzen, d.h. es spielt immer mal einer den Hasen, und die anderen verfolgen denjenigen. Sie lieben es halt zu rennen und zu hetzen. Auf der Wiese werfen wir auch schon mal Ball oder Frisbee, wobei die nicht richtig apportiert werden, sondern Hund rast damit durch die Gegend und hat so seinen Spaß. Manchmal ist so ein geworfenes Spielzeug nur der Auslöser für eine Flitzeattacke.
Bämme hat geschrieben:Wie ist das mit dem Jagdtrieb? Handelbar oder doch eher in erfahrene Hände zu geben? Ich denke Dummytraining bringt als Ausgleich nicht wirklich viel da es ja Sichtjäger sind richtig?
Trainign mit der Reizangel? - Das wäre was, was ich sehr gerne machen würde - wir habens in der Hundeschule mal mit Arek versucht -
der hat das Gummientchen nach 5 Sekunden hinter her jagen nicht mehr angeguckt -.-
Tja, der Jagdtrieb... Das ist eine Sache, davor kann man nicht genug warnen, weil er tatsächlich sehr oft total unterschätzt wird. Viele Neulinge sehen im Haus die ruhigen, sanften Whippets und können sich nicht vorstellen, was bei Wildsichtung abgeht. Meine Mädels sind gut erzogen, sie kommen auf Ruf bzw. auf die Pfeife und für Leckerlis angerast. ABER, zeigt sich auch nur irgendwo ein Hase oder ein Reh, würden sie mich und mein Rufen vergessen und wären erst mal weg. Meiner Meinung nach kann man das auch nicht abtrainieren, denn diese Hunde wurden für die selbständige Jagd gezücht. Punkt.
Training mit der Reizangel empfehle ich bedingt, weil man das Teil ja nur in einem begrenzten Radius bewegen kann, und das ist meiner Ansicht nach nicht wirklich gut für die Gelenke. Von meinen drei Mädels hat nur meine jüngste Spaß an der Reizangel (die anderen beiden finden es langweilig), aber ich mache es auch mit Sali nur sehr wenig. So ein Whippet ist zum einen sauschnell und dazu äußerst wendig, was die Handhabung sehr schwierig macht. Und ich denke, diese engen Wendungen in Höchstgeschwindigkeit sind wirklich auf Dauer nicht gut für Knochen und Gelenke. Ist aber nur meine eigene Meinung.
Bämme hat geschrieben:Also das einzige was mich halt so ein bhisschen stört ist der Jagdtrieb - ich weiß nicht wie gut ich den in den Griff bekomme,
und ich möchte keinen Hund wenn ich von vornerhein weiss, ich kann ihn nie von der Leine machen - am besten noch weil ich zu blöd bin den Rückruf vernünftig auf zu bauen.
Das Rückruftraining ist das A und O, aber im Ernstfall wird es nicht funktionieren. Schon wenn meine Hunde z.B. anfangen, den Horizont zu scannen, nehme ich sie an die Leine. Im Wald habe ich die drei an der Leine, weil es hier durchaus passieren kann, dass man urplötzlich Rehen gegenüber steht. Und dann würde der Rückruf/ Pfiff bei meinen nicht mehr funktionieren.
Bämme hat geschrieben:Ansonsten habe ich mehrfach gelesen dass Whippets
- Sensibel (weiß nicht genau wieso ich diese Eigenschaft so schätze, vielleicht verbinde ich es mit ruhig und einfühlsam - würde zu mir passen)
- kuschelig und Kontaktbedürftig
- Fremnden gegenüber reserviert/zurückhaltend
- leicht zu führen (wenn man gewaltfrei und ohne Druck führt)
- im Haus zwar ruhig, aber draußen wilde sprinter sind (das mag ich, ich finds toll wenn Arek im Affenzah über die Wiese wetzt - aber das ist sicher noch kein Vergleich zum Whippet)
- sehr ehrgeizig sind
Das sind sie, aber Fremde werden bei uns auch eher überschwänglich begrüßt :zwinkern: . Dieses Reservierte/ Zurückhaltende trifft wohl eher auf Orientalen zu.
Leicht zu führen - naaaa jaaaa. Sie können schon sehr eigene Ideen haben. In Sachen Jagdverhalten ist die Leichtführigkeit dahin.
Sehr ehrgeizig - jaaaa! Beim Hetzen entwickeln sie einen Ehrgeiz, vor dem man sie manchmal vor sich selber schützen muss.
Bämme hat geschrieben:Wie siehts aus mit dem "Will to Please"? - wollen sie gefallen durch Menschenbezogenheit und Rudelbezogenheit? Oder sind sie eher selbständig?
Unterschätze ich das Renn- und Jagdbedürfniss der Rasse?
Sie haben schon einen gewissen "will to please", aber wenn sie die Gelegenheit zum Jagen und Hetzen haben, war's das dann damit. Sie ticken da einfach anders als andere Hunde.
Bämme hat geschrieben:Ich habe vor in ca. 2 Jahren regelmäßig 1-2 Pflegekinder (ca. 0-3Jahre) bei mir zu betreuen - vorübergehend bis entscheiden wurde, ob sie in die Familie, in ein Heim oder in eine Pflegefamilie kommen.
Das würde halt auch einen häufigen "Kinderwechsel" mit sich bringen. Ist das ungeeignet für einen Whippet? Mein Freund/dann Mann und ich bleiben dann die Bezugspersonen.
Hm, da weiß ich nicht recht. Meine Hunde sind mit Kindern schon kompatibel, aber da kommt es halt auch sehr auf die Kinder drauf an. Der Whippet ist ein sehr sensibler Hund, dem vielleicht das eine oder andere dann doch zu viel werden kann. Sehr lebhafte, laute, wilde Kinder sind meinen Hunden z.B. schnell unheimlich, obwohl sie Kinder wirklich mögen.

Das war's jetzt mal, was mir zu Deinen Fragen so ad hoc eingefallen ist.
Zuletzt geändert von Flitzliesel am 9. Feb 2015 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
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