"Private" Hundehändler

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Nupsi
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"Private" Hundehändler

Beitrag von Nupsi » 20. Okt 2013 22:16

Hallo,

ich habe lange überlegt, ob ich das Thema aufgreifen soll.

Seit über 8 Jahren bewege ich mich in der Windhund- Whippetszene im Netz. Ich habe in der Zeit viele Leute kennen gelernt- viele Dinge über Zucht/ Zuchtziele erfahren- mit Züchtern verschiedener Windhundrassen Kontakt aufgenommen- und leider immer wieder von "privaten" Hundehändlern erfahren.

Nicht nur Züchter sind nicht davor gefeit, daß ein Welpe an einen "Zwischenhändler" gerät, nein auch immer wieder werden Welpenkäufer oder Käufer von erwachsenen Windigen, die ein neues zu Hause suchen, Opfer von dubiosen Verkäufern.

Warum ist das so? Eigentlich sollte durch die Ahnentafel/ Papiere ja ersichtlich sein wo der Hund herkommt. Doch leider ist mir durch meine "Recherchen" zu Ohren gekommen, daß auch schonmal Papiere gefälscht oder garnicht nachgereicht werden ( weil es keine Papiere gibt/ Elterntiere keine Papiere haben).


Gleich geht wieder ein Aufschrei durchs Netz, wie sowas denn passieren kann- man muß doch einen seriösen Züchter erkennen. NEIN- es gibt sehr viele Neulinge in der Szene- wie ich damals auch. Mir war es nicht bewußt, was es alles für Unterschiede gibt.
Ich kannte die verschiedenen Vereine nicht und kann von Glück sagen, daß ich nicht an ein schwarzes Schaf geraten bin.


Zum Glück habe ich zu vielen Windhundleuten Kontakt und konnte immer wieder dazu beitragen den einen odere anderen Fall aufzuklären.
Wenn wir Alle zusammenhalten, Infos untereinander austauschen und immer wieder nachfragen und recherchieren können wir solchen Händlern vielleicht irgendwann mal das Handwerk legen. Sie sollen ruhig wissen, daß es im Zeitalter der unterschiedlichsten Kommunikationswege schwer ist, nicht auf zu fliegen.

Mit Ernie im Herzen

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Schulte
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Re: "Private" Hundehändler

Beitrag von Schulte » 23. Okt 2013 13:06

Hallo Gabi,

ein heikles, heißes Thema auf dem ich dennoch sehr gerne antworte und meine Sicht der Dinge schildere.

Ich bin selbst auf so eine Hunde-Händlerin reingefallen, dieses leider sogar zwei Mal. Vorab muss ich dazu sagen, dass wir uns früher nicht für den Windhundsport interessiert hatten, von daher zwar den VDH kannten, aber der DWZRV für uns nicht bekannt war.

Das erste Mal hatte eine Frau eine Whippet-Hündin abzugeben. Mit Papiere, geschippt, entwurmt und ordentlich geimpft. Wir sind von Berlin aus nach Braunschweig gefahren und haben uns viel Zeit genommen und nachgefragt warum die Hündin denn abgegeben wird. Die Frau züchtete Chihuahua und besaß auch noch eine Deutsche Dogge, Whippets waren aber laut ihrer Aussage ihre Lieblinge und von daher ist nach viele Jahren wieder einer bei Ihr eingezogen. Diese Hündin gehörte eine Freundin von der besagten Person die mit der Hündin nichts als Probleme hatte. Die Hündin war sehr stürmisch, nicht stubenrein und ging über Tisch und Stuhl und da die Person die Hündin nur draußen halten konnte und sie ihr das nicht zumuten wollte, wurde sie zum Kauf angeboten. Nun gut, da ich durch meine Berentung sehr viel Zeit habe, nahmen wir uns dieser Hündin an. Leider ging es bei uns nicht gut, die Hündin brachte zum Schluss sogar unseren Eljot soweit, dass auch er wieder unsauber wurde und somit nahm die Vorbesitzerin die arme Maus wieder zu sich. Bis dahin dachten wir immer noch, dass diese Frau eine echte Hundeliebhaberin sei und die Hunde bei Ihr an erster Stelle stehen. Auch blieben wir nach der Rückgabe weiterhin in Kontakt.

Es verging ein dreiviertel Jahr bis die gute Frau uns wieder Whippets (Bilder) vorstellte und hier wunderte ich mich schon, warum sie sich denn nun wieder welche zugelegt hatte. Dann auch noch ein Geschwister-Pärchen was in meinen Augen schon ein Unding war. Zwei weitere Tage meldete sie sich erneut und bot uns den Whippet-Rüden an. Ich viel fast vom glauben ab und fragte warum nach so kurzer Zeit denn einer nun doch gehen müsste. Zumal die Frau ein sehr großes Anwesen ihr Eigen nennt. Die Antwort war, dass sich die Hunde untereinander nicht verstehen würden und der Rüde leiden würde, da auch diese Hunde draußen leben müssen. Ich sagte ihr dann, dass ich an dem Rüden kein Interesse hätte, allenfalls an der Hündin da sie mir sehr gut gefallen würde aber für uns im Moment kein zweiter Hund in Frage kommen würde da wir immer noch das mit der ersten Hündin am verarbeiten sind. Sie gab mir dennoch weitere Informationen, woher die Hunde stammen, welche Vorfahren und so etwas in der Richtung. Hierbei bin ich dann davon ausgegangen, dass auch diese Hunde Papiere haben.

Drei weitere Tage vergingen und es klingelte wieder unser Telefon und die gute Frau teilte uns mit, dass wir die Hündin haben könnten. Der Rüde würde am Wochenende nach Berlin gehen und wenn wir die Hündin haben wollte, dann würde sie uns diese gleich mitbringen. Nun gut, am Abend redete ich mit meinem Lebenspartner und wir sagten dann zu. Es war ja nun einmal liebe auf den ersten Blick und Bahira war ja gerade mal erst 13 Wochen alt und nicht so wie die erste Hündin 12 Monate.

Samstags kam dann die gute Frau zu uns, vor unserem Haus wurde erst noch der Verkauf des Rüden abgewickelt, was ich schon als mehr wie fragwürdig hielt und dieses auch der guten Frau mitteilte. Auf mich machte dieser Vorgang den Eindruck das sie nicht mal wissen wollte wohin der Rüde geht. Dann kam sie mit Bahira in unsere Wohnung, die kleine eroberte direkt unsere Herzen. Es war also geschehen, wir hatten nun unseren zweiten Whippet. Wie es dann an die Bezahlung ging, fragte ich dann auch nach Papieren und bekam zur Antwort, dass dieser nachgereicht werden können, da vom Vater die Papiere noch nicht im Besitz des Züchters wären. Nun gut, gutgläubig wie wir nun einmal sind, haben wir den Kaufvertrag unterschrieben, die 750,- € bezahlt und das war es dann erst einmal.

Tage vergingen und mittlerweile hatte ich Kontakt zum "Züchter" aufgenommen. Dieser war sehr erstaunt das die Hunde abgegeben worden sind und auf meiner Frage nach den Papieren viel er fast aus allen Wolken. Es kann gar keine Papiere geben, denn Bahiras Mutter hat schon keine gehabt, nur die Oma und der Vater hatten welche. Es stimmte zwar, dass es da noch Probleme mit den Papieren des Vaters geben würde, aber das würde uns nicht betreffen, da für Bahira halt keine ausgestellt werden können. Nun gut, hier schlug dann doch die Leichtgläubigkeit wieder einmal handfest zu.

Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass die Frau immer wieder Hunde einkauft und dann nach kurzer Zeit diese wieder abgibt. Ihre Zuchthunde, die Chihuahua gibt es nicht mehr, dann folgten französische Bulldoggen die es nun auch nicht mehr gibt, daraufhin folgten Cavalier King Charles Spaniel die es nun auch nicht mehr gibt, dass alles wechselte in der Zeit von einem Jahr. Auch ist die gute Frau weder im VDH noch in einem dem VDH angeschlossenen Verein Mitglied, geschweige Züchter. Sie ist ganz simpel ein Mensch, der mit Hunden das schnelle Geld macht.

Heute weiß ich wo ich mir einen weiteren Windhund zulegen würde und ich hoffe, dass ich so manch einem mit meinen offenen Bericht die Augen öffnen kann und somit nicht noch weitere auf solche Hunde-Händler rein fällt.

Unstimmigkeiten gibt es aber auch bei dem "Züchter" von Bahira der im Moment einige seiner Hunde abgibt und über dritte (selbsternannte Pflegestelle) dieser Hunde angeboten werden. Erst wird eine fünf Jahre junge Whippet-Hündin über eine Pflegestelle angeboten, wobei ich schon dachte das hier der Käufer Schindluder mit den Bildern oder der Hündin vom Züchter betreibt, und nun auf einmal werden über dieser Pflegestelle Welpen vom besagten "Züchter" angeboten. Hier bin ich leider auch wieder zu gutgläubig gewesen, da mir in einem Telefonat mit den "Züchter" mitgeteilt wurde, dass die Frau von der Pflegestelle kein Rechte an der zu vermittelnden Hündin hätte und er, nach seiner Aussage, auch wieder einmal an einem Händler geraten ist. Hier frage ich mich, warum denn dann auf einmal nach unserem Telefonat die Pflegestelle wieder zwei Welpen anbietet. Ich kann nur hoffen, dass diese Whippets alle in sehr gute Hände kommen... Dumm nur, dass man mit dem Kauf dann doch wieder einmal eine Dissidenz-Zucht unterstützt!
Viele Grüße aus Berlin
Markus

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Re: "Private" Hundehändler

Beitrag von redCowgirl » 23. Okt 2013 17:54

Ich denke, dass es in dieser Szene nicht nur schwarz und weiss gibt. Wie ich ja schon sooooooooo oft gesagt habe, gibt es durchaus Züchter ausserhalb des VDH, DWZRV etc. die ihre Welpen auch ohne Papiere oder in der Dissidenz liebevoll aufziehen und sich darum kümmern, wo sie nachher hingehen sowie mit den Besitzern in Kontakt bleiben. Man darf sie nicht mit Hundehändlern, Vermehrern in einen Topf werfen. Ich habe in der letzten Zeit ganz häufig gehört, dass Welpen aus einigen DWZRV-Zuchten sehr schlecht sozialisiert waren, nichts kannten etc.. Überall muss man genau hinschauen und sich auch nicht von einem tollen Verbandsstempel beeindrucken lassen, der in meinen Augen nur begrenzte Sicherheit bietet.
Das ist als Anfänger natürlich extrem schwierig und es wird immer wieder Menschen geben, die auf die Nase fallen. Sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite.
Shania kommt übrigens aus einer papierlosen Hobbyzucht und es tut mir bis heute leid, dass ich damals nicht zwei aus dieser Zucht genommen habe. Da sich mein Wettkampfehrgeiz mehr als in Grenzen hält (das war schon im Reitsport so!), sind Papiere für mich super unwichtig. Für mich zählt der Hund und wie er aufgezogen wurde, wie die Elterntiere leben, welchen Charakter er hat und wie gesund er ist. Ich kann mich auch nicht davon frei sprechen, dass ich mich durchaus von Äusserlichkeiten angezogen fühle. Deshalb könnte ich mir niemals einen Welpen zuordnen lassen. Was nützt mir ein Hund, der zwar charakterlich passt (passen könnte), den ich aber hässlich finde (etwas krass ausgedrückt). Ganz abgesehen davon, dass bei mir das Kindchen-Schema auch wenig greift. Schön finde ich Whippen eigentlich erst, wenn die aus dem Meerschwein-Stadium raus sind und man sie als elegante Hunde erkennen kann. :L
Mit den ganzen Vorurteilen und der schwarz-weiss-Malerei kann ich eben auch nichts anfangen.
Allerdings verabscheue ich Hundehändler! Hunde als reine Ware zu verhökern ist inakzeptabel! Leider entwickelt man erst mit der Zeit einen Blick für gut und böse. Solange das so ist, wird es leider immer Hundehändler geben.

Bischen chaotischer Text, aber ich bin heute irgendwie Formulierungslegasthenikerin.... :mrgreen:
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Re: "Private" Hundehändler

Beitrag von Schulte » 23. Okt 2013 18:58

Hallo Andrea,
redCowgirl hat geschrieben:Ich denke, dass es in dieser Szene nicht nur schwarz und weiss gibt. Wie ich ja schon sooooooooo oft gesagt habe, gibt es durchaus Züchter ausserhalb des VDH, DWZRV etc. die ihre Welpen auch ohne Papiere oder in der Dissidenz liebevoll aufziehen und sich darum kümmern, wo sie nachher hingehen sowie mit den Besitzern in Kontakt bleiben. Man darf sie nicht mit Hundehändlern, Vermehrern in einen Topf werfen.
das stelle ich auch nicht in Abrede und dachte das bisher auch von dem Züchter unserer Bahira.
Viele Grüße aus Berlin
Markus

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Re: "Private" Hundehändler

Beitrag von redCowgirl » 24. Okt 2013 13:47

Ich hatte Dich jetzt auch nicht persönlich gemeint, sondern ganz allgemein zu dem Thema geschrieben. :mrgreen:

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Re: "Private" Hundehändler

Beitrag von Schulte » 24. Okt 2013 13:55

Hallo Andrea,

dass habe ich auch nicht so aufgefasst...
Viele Grüße aus Berlin
Markus

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