Hunde und Stärke

Rund um den Futternapf
Monika

Hunde und Stärke

Beitrag von Monika » 5. Feb 2013 15:08

Ich lasse hier mal Frau von der Leyen für sich sprechen und hoffe auf eine kreative Diskussion:

http://www.lumpi4.de/2013/01/27/wolf-ev ... -15471512/

LG Monika

Benutzeravatar
redCowgirl
Moderator
Moderator
Beiträge: 5279
Mitglieds-Vorname: Andrea
Kontaktdaten:

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von redCowgirl » 5. Feb 2013 18:40

Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Allerdings haben mir die Kommentare noch besser gefallen! Besonders die lange Antwort von KvL auf den Barfer-Beitrag. :mrgreen:

Grundsätzlich zusammengefasst bin ich einer Meinung mit "Mali".
Zitat:
"Was mir in diesen Foren oder Blogs immer aufstößt ist diese wahnsinnige Fundamentalisierung. In ein paar Jahren und manchmal nur Wochen,jagen wir eh wieder eine ganz andere *piep* durchs Dorf..."

*piep* steht übrigens für ein weibliches Schwein. Die Forensoftware scheint dieses Wort nicht zu mögen und zensiert es.... :lol:
Zuletzt geändert von redCowgirl am 5. Feb 2013 18:43, insgesamt 1-mal geändert.
Bild
Fotos unter: https://www.facebook.com/VIEW-of-SOUL-A ... 672758118/ Öffentlich auch für nicht angemeldete Nutzer....

Sabrina
Whippetfreund
Whippetfreund
Beiträge: 1073
Mitglieds-Vorname: Sabrina
Kontaktdaten:

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Sabrina » 5. Feb 2013 18:49

Hallo!

Also warum die Futtermittelindustrie umdenken muss ist mir ein Rätsel. Das Trofu besteht ja eh schon aus 50% Kohlenhydrate. Und seit wann propagieren die großen Futtermittelhersteller reine Fleischfütterung? Ich denke das sind bisher immer noch die Ausnahmen.
Hunde haben im Gegensatz zu Mensch und Schwein keine Amylase (Kohlenhydratspaltendes Enzym) im Speichel aber durchaus Pankreasamylase.

Meine Ernährungsempfehlung ist:

70% Protein davon - 60% Muskelfleisch, Milchprodukte (z.B. Quark, Yoghurt, Hüttenkäse)
- 20 % Nebenprodukte (grüner Pansen, Leber, Niere, Gurgel usw)
- 20% fleischige Knochen, Knorpel

30 % Kohlenhydrate /Supplemente / Fett
z.B. Nudeln, Vollkornreis, Kartoffeln /Ei, Hefe, Algen, Keime, Kräuter, Obst, Gemüse / Öl (z.B. Distel, Nachtkerzen, Lachs), Schmalz, fettes Fleisch

Ich find den Bericht doof weil er "Laien" impliziert, dass es gesünder ist den Hund mit Kohlenhydraten zuzustopfen. Meine Meinung...

[ Mobil-Posting ] Bild
Zuletzt geändert von Sabrina am 5. Feb 2013 18:50, insgesamt 2-mal geändert.

Monika

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Monika » 9. Feb 2013 19:46

Ich antworte mal mit einem Beitrag, den ich bereits an anderer Stelle zu diesem Thema verfast habe:

Die Verdauung kann sich tatsächlich innerhalb weniger Generationen radikal umstellen. Das ist auch der Menschheit geschehen, als sie anfing, Getreide anzubauen und dann, als sie Milch und Milchprodukte zu verzehren begann.
Als sie merkten, dass sie allenfalls kleine Mengen der genannten Substanzen vertrugen, bauten die Menschen diese Nahrungsmittel geringfügig in ihre Ernährung ein und trainierten ihr genetisches Gedächtnis darauf. Das Phänomen ist bestimmt vielen schon unter seiner wissenschaftlichen Bezeichnung bekannt: Epigenetik.
Dieses genetische Gedächtnis sorgte also dafür, dass die Erbanlagen der direkten Nachkommen schon ein wenig auf die neuen Nahrungsmittel umprogrammiert wurden und diese damit bereits etwas größere Mengen davon vertragen konnten.

Die interessanteste Folge dieser allmählichen, aber deutlich sichtbaren Umstellung ist die Tatsache, dass mit der Anpassung an neue Nahrungsmittel auch ein entsprechender Nährstoffbedarf entsteht.
Das ist Evolution und selbige quillt schier über vor Beispielen, wie sich Pflanzenfresser aus Raubtieren und Raubtiere aus Pflanzenfressern entwickelten.
Damit will ich nicht sagen, dass ich den Hund als Pflanzenfresser definiere, um Himmels Willen: Nein. Aber wenn er das bleiben soll, was wir so an ihm schätzen, ein unkomplizierter Begleiter für Menschen aller Klassen, Rassen und Einkommenssituationen usw sollten wir an seiner angepassten Ernährungsweise nicht rütteln und Allergien, Autoimmunkrankheiten, Krebs nicht in der Zucht tolerieren.
Wenn wir wollen, dass nur Kinder wohlhabender Menschen das Glück genießen dürfen, mit einem Hund aufzuwachsen, weil Mama und Papa die Kohle für 600g afrikanischen Büffel - den verträgt Wuffi am besten - täglich locker aus der Hüfte schütteln - bitte, nur zu.
Dann macht Euch aber auch auf den Tag gefasst, an dem Bio eben mal nicht Bio ist. Genau, der Tag, an dem Ihr an der Ladentheke mal so richtig besch... werdet. Macht Euch gefasst auf den Tag, an dem Euer seit Generationen konsequent verhätscheltes Endprodukt züchterischer Verirrung mit aller Konsequenz kollabiert, denn er wird kommen.

Es ist geradezu liebreizend und so unglaublich menschlich, so human, zu denken und zu leben: Für meine Lieben nur das Beste! Dieser Leitsatz im Sinn und im Herzen konnten wir als weitere -Tier-Art bestehen und unzählige kleinere und größere Katastrophen abwenden, die ganz klar unser Aus hätten sein können. Um Haaresbreite, nur um Haaresbreite gibt es uns, uns mit der DNA einer (!) einzigen Frau, deren Varianz wir nun beweisen.
Aber wir müssen auch einsehen, dass der oben zitierte Leitsatz unsere evolutionsgeprägte Antwort auf eine unmenschlich rauhe und lebensfeindliche Umwelt war, die uns nicht automatisch und nach der Weisheit letzten Schluß umsorgte.
Die zwingende Folgerung daraus kann doch nur lauten: Kein Organismus, weder der menschliche, noch der hündische, ist für perfekte Umweltbedingungen gemacht. Im Gegenteil, in jedem schlummert mehr oder weniger Potential zur Anpassung. Die Verleugnung dieser Lebenskraft bedeutet nicht, die Evolution zu stoppen im Sinne eines Erhalts der Ursprünglichkeit, nein, sie bedeutet, die Evolution und damit die Vitalität selbst zu brechen mit schrecklichen und leidvollen Konsequenzen.

Völlig zurecht werden sich jetzt viele von Euch empören, denn Hunde durch Billigfutter zu qualifizieren ist grausam. Darum geht es aber nicht. Wir müssen weg von beiden Extremen.
Die Lösung ist denkbarst einfach, denn Gift ist immer nur eine Frage der Konzentration:
Euer Hund verträgt "kein" Getreide? Gut, habt Ihr mal getestet, ob er kleinere oder gelegentliche Gaben verträgt? Nein? Woher wollt Ihr dann wissen, dass er Getreide so überhaupt nicht verträgt?
Man kann jeden Organismus durch die dosierte Auseinandersetzung mit Ungewohntem, "Ungesundem" und Unverträglichen trainieren und damit die individuelle Fitneß sowie die der kommenden Generationen stärken. Und das ist das Mindeste, was wir tun sollten.

Ich bin nicht die Erste, die diesen Gedanken ausspricht. Sogar in "Das große Windhunderbe" (Zuchtbuch bis ca. 1930) finden sich schon ähnliche Appelle. Und genau wie meine Vorredner richte ich mich hier an die Allgemeinheit und beabsichtige nicht, wen auch immer persönlich an den Pranger zu stellen. Mein Unmut gilt allein dem Trend, nicht den Menschen, die ihm folgen.

LG Monika

Krawutke

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Krawutke » 9. Feb 2013 21:22

Monika hat geschrieben: Das Phänomen ist bestimmt vielen schon unter seiner wissenschaftlichen Bezeichnung bekannt: Epigenetik.
Dieses genetische Gedächtnis sorgte also dafür, dass die Erbanlagen der direkten Nachkommen schon ein wenig auf die neuen Nahrungsmittel umprogrammiert wurden und diese damit bereits etwas größere Mengen davon vertragen konnten.
Das ist eine Fehlinformation! http://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik

Monika

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Monika » 10. Feb 2013 00:46

Meine Darstellung - stark vereinfacht, aber deshalb nicht unwahr - fusst darauf, wie andere Genetiker Epigenetik in Aktion darstellen, so z.B. hier:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... hropologie
Zuletzt geändert von Nupsi am 10. Feb 2013 12:11, insgesamt 1-mal geändert.

Krawutke

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Krawutke » 10. Feb 2013 11:44

X
Zuletzt geändert von Nupsi am 10. Feb 2013 12:12, insgesamt 1-mal geändert.

Monika

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Monika » 10. Feb 2013 11:59

X
Zuletzt geändert von Nupsi am 10. Feb 2013 12:13, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Nupsi
Administrator
Administrator
Beiträge: 4144
Mitglieds-Vorname: Gabi
Kontaktdaten:

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von Nupsi » 10. Feb 2013 12:13

Bitte sachlich bleiben- Danke

Mit Ernie im Herzen

Benutzeravatar
redCowgirl
Moderator
Moderator
Beiträge: 5279
Mitglieds-Vorname: Andrea
Kontaktdaten:

Re: Hunde und Stärke

Beitrag von redCowgirl » 10. Feb 2013 12:51

redCowgirl hat geschrieben: Zitat:
"Was mir in diesen Foren oder Blogs immer aufstößt ist diese wahnsinnige Fundamentalisierung. In ein paar Jahren und manchmal nur Wochen,jagen wir eh wieder eine ganz andere *piep* durchs Dorf..."

*piep* steht übrigens für ein weibliches Schwein. Die Forensoftware scheint dieses Wort nicht zu mögen und zensiert es.... :lol:
Ich kann mich nur wiederholen.... :mrgreen:
Bild
Fotos unter: https://www.facebook.com/VIEW-of-SOUL-A ... 672758118/ Öffentlich auch für nicht angemeldete Nutzer....

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast