Babesiose des Hundes

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Nupsi
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Babesiose des Hundes

Beitrag von Nupsi » 5. Apr 2012 08:50

Hallo

Der Bundesverband praktischer Tieraräzte berichtet, dass im Jahr 2006 834 Fälle bekannt worden, von Hunden die an Babesiose erkrankten, die nachweislich nicht im Ausland waren. Trotz Behandlung verstarb jeder 10 Hund.
Seitdem werden pro Jahr in Deutschland etwa 3000 bis 4000 Fälle bekannt.

Hier ein http://www.laboklin.de/pdf/de/fachbeitr ... esiose.pdf , ein bißchen runter scrollen, dann kommt eine Karte und Ihr könnt gucken, ob es diese Zecken bei Euch schon gibt.

Da Babesiose eine sehr gefährliche Krankheit ist, die es auch bei uns gibt und die sehr oft innerhalb kürzester Zeit tödlich verläuft und leider oft nicht von Tierärtzen erkannt wird, habe ich mich entschlossen, diesen Thread zu eröffnen.

Babesiose wird durch Zecken übertragen.

Mittlerweile gibt es diese Zeckenart auch in Deutschland.

Die Babesien befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie, was bei zu später Erkennung zum Tod führt.

Ein bis drei Wochen nach der Infektion und allgemeinen Symptomen (hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Mattigkeit, Lymphknotenschwellungen, Schwellung von Leber und Milz) ergeben sich aus der Zerstörung der roten Blutkörperchen die typischen Babesiose-Symptome:

Blut im Urin, bräunlicher Urin, blutiger bis rötlich-brauner Kot, Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten. Seltener werden auch Störungen des Bewegungsapparats in Form starker Muskelschmerzen beobachtet, ebenso werden neurologische Auffälligkeiten bis hin zum Krampfanfall beschrieben.

Akute Babesiose
Eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die möglichst rascher Behandlung bedarf, da sie sonst zum Tod des Tieres führen kann.
Eine akute Babesiose (frisch infiziert) kann ab 3. Tag per Giemsa-Blutausstrich nachgewiesen werden (zu dieser Zeit ist der Antikörpertest NOCH negativ)


Chronische Babesiose
Trotz der Gefährlichkeit dieser Erkrankung für Hunde überstehen einige Tiere die Erkrankung.
Sie tragen dann nur den Erreger in sich, zeigen aber keine Symptome.
Bei einer Chronischen Babesiose lassen sich Antikörper gegen Babesien frühstens 10 Tage nach der Infektion nachweisen.
Bei chronischen Babesiosen ist das Auftreten von Antikörpern häufig der einzige Hinweis auf eine durchgemachte Infektion.

Wichtig!!! Zu dieser Zeit sind die Babesien NICHT mehr im Blutausstrich nachweisbar!

Therapie:
Die Therapie erfolgt mit Carbesia.
Carbesia ist kein in Deutschland zugelassenes Medikament, ist aber DAS Mittel der Wahl und muss erst über eine internationale Apotheke bestellt werden.
Da dies meistens zu lange dauert, hat meine TÄ rumtelefoniert und ist einer Oldenburger Praxis fündig geworden, wo ich das Carbesia abgeholt habe.

Es wird zwei mal im Abstand von 14 Tagen gespritzt.
Da die Injektion sehr schmerzhaft ist, sollte vorher ein Betäubungsmittel gespritzt werden.
Carbesia ist ein Chemotherapeutikum, was im allgemeinen als nebenwirkungsarm gilt.
Auch wenn eine chronische Babesiose vorliegt, sollte sie therapiert werden.
Dies zum einen, um einem späteren Doch-Mal-Ausbruch vorzubeugen,(die Babesien können jederzeit wieder aktiv werden und einen akuten Schub auslösen) zum anderen um die Weitergabe von Babesien via Zecke auf einen anderen Hund auszuschließen.

Behandelt wird mit 0,25ml Carbesia pro 10kg Körpergewicht subkutan (unter die Haut) 2mal im Abstand von 14 Tagen.

Ganz wichtig erscheint mir noch, den Tierarzt darauf hinzuweisen, dass die Dosierung 0,25 ml pro 10kg Körpergewicht ist.
Üblicherweise werden Dosierungen oft pro kg Körpergewicht angegeben und dadurch sind schon Hunde gestorben, weil Carbesia zu hoch dosiert wurde.

Hiernach gelten vorhandene Erreger als eleminiert - eine spätere Neu- bzw. Wiederinfektion ist aber nicht ausgeschlossen.


Hier sind noch ein paar Links.

Allgemeines: http://de.wikipedia.org/wiki/Babesiose_des_Hundes

Ein Erfahrungsbericht: http://www.inselhunde.de/lumpi.htm

Zur Zecke: http://www.br-online.de/bayerisches-fer ... 228679.xml

Ich danke meiner Freundin Beate, die sich die Mühe gemacht hat die Infos zusammen zu tragen. Sie hat einen Hund aus Spanien und war betroffen.

Mit Ernie im Herzen

Monika

Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von Monika » 5. Apr 2012 09:33

Vielen Dank! Ohne die ausführliche Beschreibung und die Karte hätte ich mir kaum Gedanken zum Thema gemacht!

LG Monika

LaBoom
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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von LaBoom » 5. Apr 2012 12:35

:blumen:
Danke Gaby. :blumen:
Es ist ganz einfach so,
in Zeiten der Globalisierung sollte sich JEDER!!!! Gedanken zu diesen Themen machen.
Werden die ersten Anzeichen richtig gedeutet ist Hilfe möglich.


Diese Aussage ist sehr wichtig und wird haeufig leider unterschaetzt:
Mit der Ausbreitung der Auwaldzecke auf ganz Mitteleuropa kommen ortsständige Krankheitsfälle auch in Deutschland vor: Etwa ein Drittel der erkrankten Hunde hatte niemals einen Auslandsaufenthalt. Die Durchseuchung der Auwaldzecken mit Babesien ist in Deutschland zwar noch relativ gering, allerdings stetig ansteigend. Nachdem zunächst nur am Oberrhein ortsständige Infektionen beobachtet wurden, gibt es mittlerweile Enzootiegebiete im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in den Isarauen bei München, in der Umgebung von Regensburg, in den Elbauen und in Brandenburg. Derzeit werden einige tausend Erkrankungen pro Jahr in Deutschland festgestellt.http://de.wikipedia.org/wiki/Babesiose_des_Hundes

Weder muss man in Südeuropa Urlaub gemacht haben, noch einen Hund aus Südeuropa adoptieren. Die Übertraeger(Zecken) dieser vertrackten Krankheit(en),(ebenso ist es bei Leishmaniose) haben wir bereits hier bei uns im eigenen Land. :wut: :wut:
Zuletzt geändert von LaBoom am 5. Apr 2012 12:45, insgesamt 3-mal geändert.
Jede Beziehung zwischen einem Tier und einem Menschen ist eine einzigartige Brücke, gebaut, um nur diese beiden zu tragen. Deshalb muss sie auch von ihnen selbst erschaffen werden.
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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von Dobby » 7. Jun 2012 15:39

Hallo zusammen

ich weiß, manchmal bin ich ein Schnellmerker und stolper nicht direkt über sinnvolle Beiträge :-)

Wir waren letzte Woche beim Tierarzt. Die nette Ärztin wollte uns auch prompt ein Spot-on Präparat verkaufen. Bisher war ich wenig begeistert, von diesen Produkten, weil es sich ja doch um ein Nervengift in irgendeiner Form handelt und ich mit meinen Hunden ja auch ständig rumknuddel. Sie schrieb mir also drei vier fiese Krankheitsnamen auf einen Zettel (mit dem Kommentar "und Borrelien sind dagegen Kindergeburtstag") und hat mir quasi Bedenkzeit eingeräumt, um mich eventuell doch noch für ein Spot-on zu entscheiden.

Jetzt, wo ich diese Beiträge hier lese (grade den letzten mit Verweis auf Vorkommen in RLP) geht mir dann doch ein bisschen die Flatter. Und mir stellt sich die Frage, was besser ist - Pest oder Cholera... also Spot on oder hoffen, dass die bisher gefundenen 8 Zecken dieses Jahr (davon 4, die sich vermutlich erst kurz vorher festgesaugt haben müssen) nichts übertragen können / haben... Dobby als gestromter Mantelschecke bietet auch echt gute Versteckmöglichkeiten. Bisher hab ich die Viecher entweder auf den weißen Stellen noch krabbeln sehen oder sie haben sich im Ohrbereich oder an der "Achselhöhle" häuslich niedergelassen. Grade am Ohr können sie nicht lang gesessen haben, weil da soviel dran rumgekrault wird, dass sie dort dann trotz farblicher Tarnung auffallen.

Wie haltet Ihr das mit Zeckenschutz oder lass ich mich hier jetzt ins Bockshorn jagen?

LG Petra
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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von verspera » 7. Jun 2012 16:26

Also ich habe innerhalb von 2 Tagen 2 Zecken bei meinen gefunden und heute ein Spot-On benutzt.
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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von melli » 7. Jun 2012 19:12

Danke Gabi für diesen tollen Bericht!

Bei uns gibt es kein Spot on oder ähnliches, irgendwie hat mich bislang noch nichts überzeugt. Wir suchen unsere Hunde regelmäßig ab. Die Zecken die wirklich gesaugt haben, können wir fast noch an einer Hand abzählen. Die meisten konnten wir noch auf dem Hund krabbelnd eliminieren.
Unsere Abenteuer könnt ihr auf http://grossstadtwhippets.blogspot.de verfolgen.

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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von redCowgirl » 19. Jun 2012 08:47

Ich habe jetzt im unmittelbaren Bekanntenkreis zwei Barsois, die betroffen sind. Einer hat überlebt, der andere ist leider gestorben.... :kerze: :kerze:
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Fotos unter: https://www.facebook.com/VIEW-of-SOUL-A ... 672758118/ Öffentlich auch für nicht angemeldete Nutzer....

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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von Dobby » 19. Jun 2012 09:46

ach du Übel! Ich dachte echt, dass Thema ist weit weg und betrifft uns nicht wirklich. Die paar Zecken...

Aber ich glaub, ich werde dem Rat meiner TA doch Folge leisten und mal versuchen, die Mistviecher erst gar nicht an meine Hundis ranzulassen. Bei Clay mit seinen 15 Wochen und dem weißen Fell auf dem man alles sieht, werde ich aber glaub ich noch mit der Chemiekeule warten.

Hoffentlich packt der andere Barsoi es und wird wieder ganz fit!
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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von Ingeborg » 20. Jun 2012 16:35

Ich bin ein Verfechter des Spot-on von Advantix...Lucky hat dadurch so gut wie nie Zecken bzw. sie krabbeln nur ohne Festsaugen und ich kann sie wegnehmen. Lucky hatte noch nie irgendeine Nebenwirkung darauf und es hält auf jeden Fall mind. 6 Wochen. Alle meine Freunde, die andere Sachen versucht haben (da gibt es viele) und die eben keine chemischen Keulen waren, konnten weiterhin die Zecken von ihren Hunden entfernen, da alles im Grunde nix hilft. Gesamt sind es also max. 4 Verabreichungen pro Jahr...so bin ich immer gut damit gefahren. Und ich will einfach das Risiko nicht eingehen, dass Lucky an so einem verdammten Zeckenbiss schwer erkrankt!
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(Carl Zuckmayr)

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Re: Babesiose des Hundes

Beitrag von redCowgirl » 20. Jun 2012 18:04

Ich wäre auch ein Verfechter der Spot-On's, wenn meine Hunde es vertragen würden. Ich erinnere mich noch gut datan wie Shania nach verabreichung 2,5 Stunden Amok durch die Wohnung gelaufen ist, so dass ich sie nachher festhalten musste, damit sie jedenfalls ein wenig zur Ruhe kommt. Scalibor-Halsbänder gehen auch nicht. Da gibt es eine allergische Reaktion mit starkem Juckreiz. :angst:

Allerdings haben beide auch so gut wie nie Zecken. Weder krabbelnd, noch angedockt. Falls mal eine Auwaldzecke zugebissen haben sollte, gehts direkt ab zum TA. Hoffentlich passiert das nie!
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